LiteraturKreisarchiv 2025/26
„Heilende Literatur“ – Wieso Romane aus Japan und Korea Balsam für die Seele sind
Literaturkreis 2025 „Heilende Literatur“
In den Sanddünen vor einem abgelegenen Dorf frönt Niki Jumpei seiner einzigen Leidenschaft: der Suche nach unentdeckten Insektenarten. Als die Nacht hereinbricht, bieten ihm die Dorfbewohner ein Nachtquartier an – sie seilen ihn in die Tiefen eines Sandlochs hinab, zu einer einzelnen Hütte. Dort empfängt ihn eine junge Frau in geheimnisvoller Erwartung. Die ganze Nacht über bleibt sie auf und schaufelt das Haus frei. Als der Mann am nächsten Tag aufbrechen will, ist die Strickleiter verschwunden. Und durch alle Ritzen der Hütte dringt unablässig der Sand.
Dieser Roman begründete Kobo Abes Ruhm und wurde in über zwanzig Sprachen übersetzt.
Kobo Abe, geboren 1924 in Tokio, war ein japanischer Schriftsteller und Drehbuchautor. 1951 erhielt er für Das Verbrechen des Herrn S. Karuma den Akutagawa-Preis, den bedeutendsten Literaturpreis Japans. Der internationale Durchbruch gelang ihm 1962 mit Die Frau in den Dünen, wofür Abe mit dem Yomiuri-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. 1964 folgte die Verfilmung des Romans, zu der Abe selbst das Drehbuch schrieb. Er war Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Letters. Er starb 1993 in Tokio.
Text und Bild: buchhandel.de
Rückblick
24.09.2025 – Kobo Abe: „Die Frau in den Dünen“
Liebe Lesefreunde, wir haben unsere neue Literaturkreis-Reihe mit Büchern aus Japan, – eine Literatur mit langer Tradition- begonnen.
Der erste Titel war von Kobo Abe: Die Frau in den Dünen, der Roman, der in über 20 Sprachen übersetzt wurde und den Ruhm des Autors begründete. Er ist ein einzigartiger Schriftsteller, gilt als der japanische Klassiker der Moderne. Seine Themen sind universell und weit außerhalb der japanischen Tradition angesiedelt.
Die Geschichte des Insektensammlers Niki Jumpei – gefangen in den abgelegenen Sanddünen – ist eine beunruhigende, klaustrophobische Erzählung auf mehrere Bedeutungsebenen. Die Protagonisten befinden sich in einem Labyrinth ohne Ausgang, in absurde Situationen, die die Ausweglosigkeit und die Einsamkeit des Individuums betonen.
Die Reaktionen ,auf dieses durchaus nicht einfachen Buches, waren naturgemäß sehr unterschiedlich, doch seinen Wert und seiner Bedeutung haben wir mit 4 Sternen bewertet!
Bewertung: ★★★★
Vielen Dank an alle, die dabei waren!
Eva Lettner
Ein Buch zwischen Traum und Wirklichkeit
Wie eine Halluzination taucht die Kindheitsgeliebte des Barbesitzers Hajima nach Jahrzehnten wieder auf, unfassbar und geheimnisumwoben. Immer an regnerischen Abenden erscheint Shimamoto wie eine verführerische Andeutung aus einer fremden Welt und hebt das Leben des tüchtigen Geschäftmannes und Familienvaters aus den Angeln.
›Südlich der Grenze, westlich der Sonne‹ erzählt mit großer Magie vom Einbruch dämonischer Kräfte in ein Leben – und scheut dabei keine Tabus. Als Gefährliche Geliebte in der Übersetzung aus dem Englischen erschien, führte der Streit über die Sprache des Romans und seine Darstellung von Sexualität zur Auflösung des »Literarischen Quartetts«. Nun wurde er zum ersten Mal direkt aus dem japanischen Original ins Deutsche übersetzt.
Haruki Murakami, geboren 1949 in Kyoto, ist der international gefeierte und mit den höchsten japanischen Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. Sein Roman „Gefährliche Geliebte“ entzweite das Literarische Quartett, mit „Mister Aufziehvogel“ schrieb er das Kultbuch seiner Generation.
Text und Bild: buchhandel.de
Rückblick
10.12.2025 – Haruki Murakami: „Südlich der Grenze, westlich der Sonne“
Ein Buch zwischen Traum und Wirklichkeit, die neue Übersetzung von „Gefährliche Geliebte“ (1992).
-eine 1:1 Übertragung des Originals-,wodurch eine ganz andere Feinfühligkeit und Vielschichtigkeit im Text ermöglicht wurde.
In 15 Kapiteln zieht der Ich-Erzähler den Leser in eine surreale Welt verpasste Chancen, Sehnsucht, Einsamkeit, rohe Emotionen und Gefühlchaos.
Dieses Buch, das damals verrissen wurde und das „Literarische Quartett“ sprengte und anderseits – wohl unabsichtlich – dem Buch zu einer guten Portion Propaganda verhalf wurde von uns mit
5 Sterne bewertet.
Bewertung: ★★★ ½
Vielen Dank,
Eva Lettner