Belletristik und Sachbuch Dezember 2018

10 Empfehlungen aus den Bereichen Belletristik und Sachbuch

Belletristik- und Sachbuch-Empfehlungen aus den Erwerbungen vom Dezember 2018

Roman Sandgruber - Rothschild

Glanz und Untergang des Wiener Welthauses

Die Nachkommen von Mayer Amschel Rothschild erobern die europäische Finanzwelt: Salomon Rothschild steigt im Vormärz zum führenden Bankier Österreichs auf, Sohn Anselm Salomon gründet die Creditanstalt, Enkel Albert ist der reichste Mann Europas. Die Rothschilds werden zu Freiherren und Baronen, finanzieren Staaten, Kriege, Fabriken und den Eisenbahnbau, sind Mäzene und Sammler. Das »Welthaus Rothschild« besitzt bis 1914 die größte Bank der Welt. Gestützt auf umfangreiche Recherchen im Londoner Rothschild-Archiv zeichnet Roman Sandgruber ein meisterhaftes Bild vom Aufstieg der Familie und dem Schicksal ihres österreichischen Zweigs. Er schildert Geschäfte und Transaktionen, Skandale und Dramen und lässt die einzigartige Erfolgsgeschichte dieser jüdisch-großbürgerlichen Familie wieder lebendig werden.

Roman Sandgruber, geb. 1947, Dr. phil., ist emeritierter o. Univ.-Prof. für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Johannes-Kepler-Universität Linz, wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Präsident des Verbunds oberösterreichischer Museen. Zahlreiche Bücher und Beiträge in wissenschaftlichen Zeitschriften und Sammelwerken zu Themen der österreichischen und allgemeinen Wirtschafts-, Sozial-, Kultur- und Zeitgeschichte. Wissenschaftlicher Leiter mehrerer kulturhistorischer Landesausstellungen in Nieder- und Oberösterreich und regelmäßige Publikationstätigkeit in verschiedenen Printmedien.

Molden Verlag

Text und Bild: www.buchhandel.de

Juan Gabriel Vásquez - Die Gestalt der Ruinen

'Die Gestalt der Ruinen' deckt ein komplexes Geflecht von Anhängern und Gegnern der Demokratie auf und fragt nach dem Spielraum der Literatur zwischen Investigation und Skepsis.

Kolumbien 1948: Der liberale Politiker Jorge Eliécer Gaitán wird in Bogotá auf offener Straße ermordet. Sein Tod stürzt Kolumbien in die tiefste Krise seiner Geschichte. Jahrzehnte später wird ein Mann verhaftet, als er versucht, den Anzug Gaitáns aus einem Museum zu stehlen. Überzeugt von einer Verschwörung und besessen von der Suche nach der Wahrheit hinter der Ermordung Gaitáns bedrängt er auch den Schriftsteller Juan Gabriel Vásquez. Hängt das Attentat auf Gaitán mit dem auf John F. Kennedy zusammen? Und welche Verbindung gibt es zu den Attentaten auf Erzherzog Ferdinand in Sarajevo und Rafael Uribe Uribe in Kolumbien?

In seinem schonungslosen Roman verknüpft Juan Gabriel Vásquez die leidenschaftliche Erforschung all dessen, was unsere Freiheit gefährdet, mit klugen autobiografischen Reflexionen: Geschichte und Politik spiegeln sich im eigenen Leben und Schreiben.

Juan Gabriel Vásquez, geboren 1973 in Kolumbien, ist einer der wichtigsten lateinamerikanischen Schriftsteller der Gegenwart. 'Die Informanten' machten international Furore. Für seinen Roman 'Das Geräusch der Dinge beim Fallen' wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Alfaguara-Preis und dem IMPAC Award. Auch sein neuer Roman 'Die Gestalt der Ruinen' wurde von der Kritik gefeiert. Juan Gabriel Vásquez lebt mit seiner Familie in Bogotá.

Schöffling Verlag

Text und Bild: www.buchhandel.de

Daniela Meisel - Wovon Schwalben träumen

Ein starkes Mädchen in den dreißiger Jahren als Inspiration für eine junge Frau von heute: Durch Blitzlichter in die Gegenwart einer Wissenschaftlerin am Scheideweg verknüpft Daniela Meisel eine bemerkenswerte Lebensgeschichte mit Fragen nach weiblichen Rollenbildern.

Freda hat als uneheliches Kind nicht nur keine Freunde, auch ihr Vater ist nur manchmal da. Der kann sich einfach nicht entscheiden, ob seine Liebe zu Freda und ihrer Mutter groß genug ist. Es sind die dreißiger Jahre, in Fredas Klasse kommt ein Neuer: Benjamin, mit dem Freda sich anfreundet. Es keimt eine zarte erste Liebe. Doch schon bald muss Benjamins Familie sich in Sicherheit bringen und Fredas Vater beschließt, eine andere zu heiraten. Also bleibt Freda mit Mutter und Großmutter allein zurück: Benjamin verschwunden, der Vater tot, ein Krieg zieht herauf. Aber das starke Mädchen lässt sich nicht brechen.

Daniela Meisel wurde 1977 im niederösterreichischen Horn geboren. Nach dem Biologiestudium und Auslandsaufenthalten in Südafrika und Kalifornien arbeitete sie an der Medizinischen Universität Wien. Für ihre Arbeiten erhält sie Literaturstipendien und Preise, zuletzt den Niederösterreichischen Anerkennungspreis für Literatur. Sie lebt als freischaffende Autorin und Schreibpädagogin in Pfaffstätten.

Picus Verlag

Text und Bild: www.buchhandel.de

Franz Friedrich Altmann - Turrinis Hirn

DIE RASENDE REPORTERIN MIT SPITZ: GUCKI WURM ERMITTELT WIEDER!

TOTE BEICHTEN NICHT
Jetzt ist die Gucki endgültig auf den Hund Gekommen! Also im wahrsten Sinne des Wortes: Dreizehn verwaiste Hundewelpen suchen in St. Anton um Kirchenasyl an - das schreit nach einer Titelseite in den Mühlviertler Nachrichten! Blöd nur, dass außer den süßen Kampfhundis auch noch eine nackte Leiche im Beichtstuhl wartet, ohne Absolution, dafür mit Beißkorb und Hundeleine um den Hals. Während die Polizei wie immer im Trüben fischt, ermittelt Gucki auf eigene Faust im Hundehalter-Milieu, natürlich mit tatkräftiger Unterstützung vom einzig wahren Mann in ihrem Leben, dem trinkfreudigen Spitz Turrini.

In punkto Lokalkolorit mit derbem Humor kann wohl niemand Franz Friedrich Altmann das Wasser reichen. Der 1958 in Hagenberg im Mühlkreis geborene Autor zahlreicher Romane, Theaterstücke, Kabarett-Texte und Drehbücher schuf mit der trinkfesten Lokalreporterin Gucki Wurm und ihrem Hund Turrini ein kultverdächtiges Ermittlerduo, das endlich seinen langersehnten sechsten Fall lösen darf. Zuletzt bei Haymon erschienen sind "Turrinis Bauch", "Turrinis Jagd" sowie "Turrinis Leber".

Haymon Verlag

Text und Bild: www.buchhandel.de

Mechtild Borrmann - Grenzgänger

Die Schönings leben in einem kleinen Dorf an der deutsch-belgischen Grenze. Wie die meisten Familien hier verdienen sich auch die Schönings mit Kaffee-Schmuggel etwas dazu. Die 17jährige Henni ist, wie viele andere Kinder, von Anfang an dabei und diejenige, die die Schmuggel-Routen über das Hohe Venn, ein tückisches Moor-Gebiet, kennt. So kann sie die Kaffee-Schmuggler, hauptsächlich Kinder, in der Nacht durch das gefährliche Moor führen. Ab 1950 übernehmen immer mehr organisierte Banden den Kaffee-Schmuggel, und Zöllner schießen auf die Menschen. Eines Nachts geschieht dann das Unfassbare: Hennis Schwester wird erschossen.
Henni steckt man daraufhin 1951 in eine Besserungsanstalt. Wegen Kaffee-Schmuggels. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit.
Die jüngeren Geschwister, die Henni anstelle der toten Mutter versorgt hatte, kommen in ein kirchliches Heim. Wo der kleine Matthias an Lungenentzündung verstirbt. Auch das ist nur ein Teil der Wahrheit.

Spannung und Zeitgeschichte miteinander zu verknüpfen, versteht Borrmann wie keine andere deutsche Autorin. "Grenzgänger" ist ein packender wie aufwühlender Roman, eingebettet in ein düsteres Stück Zeitgeschichte.

Mechtild Borrmann, Jahrgang 1960, verbrachte ihre Kindheit und Jugend am Niederrhein. Bevor sie sich dem Schreiben von Kriminalromanen widmete, war sie u.a. als Tanz- und Theaterpädagogin und Gastronomin tätig. Mit „Wer das Schweigen bricht“ schrieb sie einen Bestseller, der mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet wurde und wochenlang auf der KrimiZeit-Bestenliste zu finden war.

Droemer Verlag

Text und Bild: www.buchhandel.de

Doris Renoldner & Wolfgang Slanec - Hart wie das Eis

Unter Segeln durch die Nordwestpassage

7.000 harte Seemeilen liegen zwischen Alaska und Grönland. Hier im Nordpolarmeer herrschen Wassertemperaturen unterhalb des Gefrierpunkts – wer da von Bord geht, kommt nicht zurück. Gleichzeitig begeistert die raue Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik mit imposanten Eisbergen, abgelegenen Inuit-Dörfern und malerischen Fjorden, in die sich kaum eine Menschenseele verirrt. Ein Traum für unerschrockene Abenteurer und Blauwassersegler.

111 Jahre, nachdem Roald Amundsen die Nordwestpassage erstmals komplett durchfuhr, folgen ihm Doris Renoldner und Wolfgang Slanec auf einem atemberaubenden Segeltörn. Zwei Sommer verbringen die beiden Seenomaden auf ihrem 13 Meter langen Segelschiff Nomad und erleben dabei eine wahre Odyssee, bei der nicht immer alles nach Plan läuft.

Offen plaudern die beiden österreichischen Autoren auf 240 Seiten aus dem Nähkästchen ihres Segeltörns von Grönland nach Alaska, erzählen vom Zittern vor Kälte und vom Zittern vor Angst. Was Worte nicht beschreiben können, zeigen die 120 Fotos ihrer Reise: die beeindruckende Weite, die Stille menschenleerer Landschaften und eine unnachahmliche Faszination. Doch zum Staunen bleibt nicht viel Zeit, denn die Sommer in der Arktis sind kurz und die Nordwestpassage ist nicht lange eisfrei.

Delius Klasing Verlag

Text und Bild: www.buchhandel.de

Christopher Clark - Von Zeit und Macht

Herrschaft und Geschichtsbild vom Großen Kurfürsten bis zu den Nationalsozialisten

Worauf gründen sich Macht und Herrschaft?

Wie entsteht Macht? Wie wird sie begründet und erhalten? Und in welchem Verhältnis stehen Macht und Zeit? Dies sind die großen Fragen, denen sich Christopher Clark hier widmet.

Wer Macht hat, verortet sich in der Zeit. ‎Er begreift sich als Teil der Geschichte und schafft damit das Geschichtsbild seiner Epoche. Vier solcher Geschichtsbilder betrachtet dieses Buch: das des Großen Kurfürsten von Brandenburg, Friedrichs II. von Preußen, Bismarcks und der Nationalsozialisten.

Geschrieben während der Brexit-Ereignisse, Trumps Präsidentschaft und Putins vierter Amtszeit ist dieses Buch nicht nur ein großes Geschichtswerk, sondern lehrt uns auch viel über unsere eigene Epoche und deren Strukturen von Selbstlegitimation, Machtverständnis und Machterhalt.

Christopher Clark, geboren 1960, lehrt als Professor für Neuere Europäische Geschichte am St. Catharine's College in Cambridge. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Geschichte Preußens. Er ist Autor einer Biographie Wilhelms II., des letzten deutschen Kaisers. Für sein Buch »Preußen« erhielt er 2007 den renommierten Wolfson History Prize sowie 2010 als erster nicht-deutschsprachiger Historiker den Preis des Historischen Kollegs. Sein epochales Buch über den Ersten Weltkrieg, »Die Schlafwandler« (2013), führte wochenlang die deutsche Sachbuch-Bestseller-Liste an und war ein internationaler Bucherfolg.

DVA Verlag

Text und Bild: https://www.buchhandel.de

Francisco Cantú - No Man's Land

Leben an der mexikanischen Grenze

Was Francisco Cantú an der amerikanisch-mexikanischen Grenze erlebt, bringt ihn fast um den Verstand. Cantú hat Politik studiert und wollte am eigenen Leib erfahren, was an der Grenze wirklich geschieht. Als Mitglied der United States Border Patrol rettet er Verdurstende aus der Wüste, deportiert aber auch illegale Einwanderer oder erlebt, wie Familien auseinandergerissen werden. In seiner persönlichen Reportage zeigt er, was Grenzen für die Menschen wirklich bedeuten.

No Man’s Land mutet wie eine Tragödie an und bildet doch die Realität wahrheitsgetreu ab, unverzerrt, grausam und zutiefst berührend.

Francisco Cantú, geboren 1985, war von 2008 bis 2012 Mitglied der United States Border Patrol und arbeitete in den Wüsten von Arizona, New Mexiko und Texas. Für sein Buch über diese Zeit, "No Man's Land", wurde er 2017 mit dem prestigeträchtigen Whiting Award ausgezeichnet. Seine Essays, Artikel und Übersetzungen erschienen unter anderem in der "New York Times", "Guernica" und in "The Best American Essays". Er lebt in Tucson, Arizona, und koordiniert das Field Studies in Writing Program an der Universität von Arizona.

Hanser Verlag

Text und Cover: www.buchhandel.de

Roger Willemsen - Musik!

Über ein Lebensgefühl

Keine andere Kunst nahm Roger Willemsen so persönlich wie die Musik: Sie war von früh an Komplizin, als es darum ging, das Leben zu verdichten. Willemsens Liebeserklärungen an den Jazz, seine Verbeugungen vor den klassischen Komponisten, seine scharfe Verteidigung der künstlerischen Existenz, vor allem aber sein tiefes Verständnis für die Musiker und ihre Themen sind legendär. Seine einzigartigen Texte 'über Musik' sind weit mehr als das: Sie sind Ausdruck eines Lebens 'entlang jener Linie, an der man Dinge macht, die aus Freude bestehen oder aus Aufregung, aber nie aus Gleichgültigkeit'.

Roger Willemsens Hommage an die Musik und ihre Heldinnen und Helden gibt einem das Gefühl, am Leben zu sein.

Roger Willemsen, geboren 1955 in Bonn, gestorben 2016 in Wentorf bei Hamburg, arbeitete zunächst als Dozent, Übersetzer und Korrespondent aus London, ab 1991 auch als Moderator, Regisseur und Produzent fürs Fernsehen. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Bayerischen Fernsehpreis und den Adolf-Grimme-Preis in Gold, den Rinke- und den Julius-Campe-Preis, den Prix Pantheon-Sonderpreis, den Deutschen Hörbuchpreis und die Ehrengabe der Heinrich-Heine-Gesellschaft. Willemsen war Honorarprofessor für Literaturwissenschaft an der Humboldt-Universität in Berlin, Schirmherr des Afghanischen Frauenvereins und stand mit zahlreichen Soloprogrammen auf der Bühne.

S. Fischer Verlag

Text und Bild: www.buchhandel.de

Bernhard Maier - Die Ordnung des Himmels

Eine Geschichte der Religionen von der Steinzeit bis heute

Seit Urzeiten erkunden Menschen den Willen der Götter, befolgen deren heilige Ordnung und hoffen auf Erlösung. Bernhard Maier beschreibt anschaulich die Geschichte der Religionen von den frühesten Grabkulten über die Weltbilder des Alten Orients und den Monotheismus bis zu den heutigen Religionskonflikten und der individuellen Suche vieler Menschen nach Heil.
Die Ordnung des Himmels ist ewig. Sie zeigt sich am Lauf der Gestirne und der Jahreszeiten, wird von Priestern und Theologen erforscht, in heiligen Schriften niedergelegt, in Ritualen bekräftigt, in der Ethik befolgt, in Mythen und Predigten an die nächste Generation weitergegeben. Doch tatsächlich befindet sich diese Ordnung in einem ständigen Wandel – abhängig von Aufstieg und Untergang von Reichen, der Wanderung von Völkern und Ideen oder den Neuerungen religiöser Virtuosen. Bernhard Maier geht diesen Veränderungen im Lauf der Weltgeschichte nach. Dabei gelingt es ihm meisterhaft, die Eigenheiten großer und kleiner Religionen prägnant zu porträtieren, parallele Entwicklungen in Schlüsselepochen deutlich zu machen und Mythologien, Zeitvorstellungen oder heilige Stätten miteinander zu vergleichen. Wer seinen eindrucksvollen Überblick gelesen hat, wird besser verstehen, warum Religionen auch heute noch so machtvoll sind und selbst eingefleischte Skeptiker zutiefst faszinieren.

Bernhard Maier ist Professor für Allgemeine Religionswissenschaft und Europäische Religionsgeschichte an der Universität Tübingen. Bei C.H.Beck erschienen von ihm u. a. die erfolgreichen Standardwerke Die Religion der Kelten (32016) und Die Religion der Germanen (2003).

C.H.Beck

Text und Bild: www.buchhandel.de

Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren